11. Chronik der Kirche

1080/1104        Erste Erwähnungen der Kirche

12. Jhd.            Kirche als Schenkung durch den Würzburger Bischof

                        Emehard an Mönche

1254                 Tausch an Kloster Seligental

1484                 Gießen der „Christusglocke“ durch die

                        Firma Lachmann in Heilbronn

1589                 Blitzschlag in Chorturm

1751                 Einsturz des Turms durch Sturm, dadurch schwere       

                        Beschädigung des Langhauses

1765-1766         Neubau der Kirche (ohne Turm und Chor)

1767                 Weihung der Kirche

1770                 Kanzel und Seitenaltäre (Bilder neu)

1884                 Erweiterung bzw. Vergrößerung

1889                 Einstellung der Bauarbeiten

1914                 Vollendung des Turmes mit Zwiebelhaube

1922                 Neuanlegung des jetzigen Friedhofes durch Bgm. Heß

1921-1923         1. Renovierung: Innenrestauration durch Pfarrer 

                        Dr. Jakob Bartholomäus Arnold

1953                 Neuer Turm

1963                 2. Renovierung

1968                 3. Renovierung

2012-2013         4. Renovierung

 

Eine Kirche wird in unserer Gemeinde bereits zwischen 1088 und 1104 bezeugt, ein Pfarrer 1290. Sie ist eine der ältesten des Landkapitels Buchen und zwar ursprünglich dem Kloster Amorbach (1254) und seit 1448 dem Kloster Seligental (Einzelheiten dazu und Text der Gründungsurkunde des Klosters siehe unten) gehörig. Durch den Austauschvertrag zwischen Mainz und Würzburg kam Schlierstadt, auch kirchlich, 1656 vorübergehend zur Erzdiözese Mainz, Kapitel Taubergrund. 1786 kam es jedoch wieder zum Kapitel Buchen. Die Kirche ist ein stattlicher Neubau aus dem Jahr 1766 in den ruhigen klassizistischen Formen jener Zeit. Der prachtvoller Hochaltar (um 1710), der etwas ältere barocke Formen hat, soll aus dem Kloster Schöntal stammen; ursprünglich wohl mit Mittelbild (Taber-nakel neu (?), Vesperbild kaum zugehörig). 1887 wurden mehrere im ehemaligen Kloster Seligental ausgegrabene Grabplatten um den Turm und den Chor herum eingemauert.

(Anm.: Sie befinden sich jetzt wieder im ehem. Kloster Seligental in einer Scheune...).

Seite 9 im Buch
Seite 9 im Buch

Enge Beziehung der Kirche zum Kloster Seligental

Kloster Seligental

Im Jahre 1236 legte Konrad von Dürn zusammen mit seiner Gemahlin Mechthild von Lauffen am Schlierbach auf Schlierstadter Gemarkung den Grundstein zu einem Nonnenkloster, das den Namen Seligental erhielt.

1239 wurde die Dürnsche Stiftung, die dem Zisterzienserorden unterstellt wurde, vom Würzburger Diözesanbischof und vom Papst bestätigt (Wortlaut der Urkunde s.u.). Die ersten Nonnen kamen aus Heiligental bei Schwanfeld in Unterfranken. Das Kloster diente den Herren von Dürn künftig als Grablege. Mehrere weibliche Mitglieder des Geschlechts nahmen den Schleier; einige standen dem Kloster als Äbtissinnen vor. Durch die Gunst der Stifterfamilie und des benachbarten Adels erreichte es im Spätmittelalter einen gewisse Blüte. Um 1550 mußte das Kloster aufgehoben werden, da die Mehrzahl der Adelsfamilien der Umgebung, die ihre Töchter vorher nach Seligental entsandten, zum evangelischen Glauben übergetreten waren.

Orig.-Wortlaut der Gründungsurkunde des Klosters Seligental 1239

Seligental das Closter vff dem Otenwald gestifft

Herr Conrad von Durn vnd Frau Machhilt sein eheliche Wirtin, haben etliche guettere bey vnd vmb Schilerstatt vf dem Otenwald gekaufft, vnd ein Closter darauf Zu bauen furgenomen.
Daran Bischof Herman, Jm Jar deß herrn . 1239 . den ersten Stain gelegt, Jungkfrauen darein gethan, die den Graen Orden von Cistertz genant, vnd Sant Benedicten Regel angenomen haben, vnd ist berurt Closter im anfang, von gedachtem Bischof Herman Seligenstatt gehaissen worden, worden, Aber vber etlich Jar haben Abtissin vnd Conuend Zu vnterschied, deß Munchen Closters am Maine, auch Seligenstat genant, den namen geendert, vnd es Seligenthal gehaissen, Wie es dann vf dise Stund genennet würdt.

Außenbereich des Klosters

Innenbereich des Klosters

Grabplatten