24. Portugalreise vom 24. Juni bis 2. Juli 2013

1.-4. Tag

Von Porto nach Lissabon

Portugal – mehr als Sonne, Strand und Urlaub

Wenn Menschen an Portugal denken, so fallen diesen ganz eigene Bilder ein.

Vielleicht ganz spontan zuerst einmal die gewaltigen Sorgen eines krisen-geschüttelten Landes. Viele Menschen die nach Arbeit suchen und gerade Jugendliche die ohne Perspektive sind und zu uns nach Deutschland auswandern.

Neben diesen aktuellen, aber sehr düsteren Gedanken werden aber auch ganz andere Bilder auftauchen. Schöne Sandstrände mit einem blauen Meer. Eine herrliche Küstenlandschaft mit windgepeitschten Klippen. Sonne pur und ein erholsamer Urlaub, frei von Stress und Hektik. Da sind vielleicht auch Erinnerungen vorhanden mit geruhsamen Abendspaziergängen an einer Uferpromenade, nach einem guten Essen mit Wein, frischem Fisch und einem Sonnenuntergang als Abschiedsgruß.

Hat jemand eine Reise nach Portugal unternommen und ein wenig mehr gesucht, wird er sehr schnell fündig geworden sein. Herrliche Klosterbauten mit geruhsamen Kreuzgängen und einer wohltuenden Stille. Oder prunkvolle Kirchen mit vergoldeten Holzschnitzarbeiten. Auch Kirchenbauten die im Inneren ganz ausgeschmückt waren mit den bekannten „Azulejos“, den bekannten blauen Wandfliesen Portugals, mit herrlichen Bildmotiven, welche sich über die ganze Wandfläche erstrecken. Da kann auch der Besuch einer Portweinkellerei ebenso interessant werden wie der Gang durch die Gärten des Sommerpalastes der portugiesischen Könige.

Wer dann noch darüber hinaus eine spirituelle Komponente suchte oder eingeplant hatte, der wird am weltbekannten Marienwallfahrtsort von Fátima nicht vorbei-gekommen sein. Jenem Ort, in der eher tristen portugisischen Landschaft, an dem die Gottesmutter Maria drei Kindern ihre Gottesbotschaften übermittelte, die im Laufe der Kirchengeschichte zu wichtigen Glaubenssätzen wurden.

All dies konnten die Teilnehmer der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach auf ihrer Fahrt durch Portugal selbst erleben. Mit Herrn Pfarrer Andreas Schneider als Reiseleiter konnten die Reisenden wieder ein Land mit vielen Facetten kennenlernen.

Damit auch der spirituelle Part auf dieser Reise nicht verlorenging, wurden an jedem Tag Impulse gehalten, welche das Leben Mariens zum Inhalt hatten. Gerade diese Unterbrechungen in einer Kirche oder einem schön gelegenen Ort, mitten im Tagesablauf, waren sehr wertvolle Momente für die Teilnehmer dieser Reise, wobei der Gottesdienst vor der Erscheinungskapelle in Fatima als einer der wichtigsten und wertvollsten Höhepunkte der Reise genannt werden kann.

Portugal wird so mehr sein, als nur Sonne, Strand und Meer. Es wird eine schöne und bleibende Erinnerung sein an ein Land mit so vielen verschiedenartigen Erscheinungsformen und einer tiefen Frömmigkeit zur Gottesmutter, die auch an den Mitreisenden nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Portugal - Land der Entdecker

Für die Bedeutung der Farben gibt es verschiedene Erklärungen. Nach der Geläufigsten aus der Zeit des Estado Novo steht die grüne Farbe für die Hoffnung und die rote Farbe für das Blut jener, die für die Nation ihr Leben gaben. Laut einer anderen Deutung soll die grüne Farbe die eroberten Kolonien darstellen, während das rote Farbelement das vergossene Blut im Kampf symbolisiert.

Die Flagge ist auf dem Spalt belegt mit einer Armillarsphäre (ein Navigationsgerät in Form einer stilisierten Weltkugel) aus fünf schmalen goldenen Bändern, welche die Ekliptik, den Äquator, die Wendekreise des Krebses und des Steinbocks und einen Meridian bezeichnen, sowie mit einem doppelt so breiten Band von links oben nach rechts unten, das den jährlichen Sonnenumlauf bezeichnet. Die Armillarsphäre, ein persönliches Emblem von König Manuel I. (1495–1521), gilt als Symbol des Zeitalters der Entdeckungen und hat den Durchmesser der halben Höhe der Flagge.

Die Armillarsphäre ist mit einem weiß gerandeten roten Schild mit sieben goldenen kastilischen Burgen belegt, innerhalb derer wiederum belegt mit einem weißen Schild mit fünf blauen Schilden in Kreuzform, jedes mit fünf weißen Münzen 2:1:2. Der Wappenschild ist in verschiedenen Variationen seit 1495 Bestandteil der Flagge.

Das Land im Westen der Iberischen Halbinsel, das von der Sehnsucht nach Ferne geprägt wurde und dessen Kraft sich auf den Weltmeeren und in fernen Kolonien verströmt hat, kennen immer noch nur wenige. Es waren hauptsächlich portugie-sische Seefahrer, wie z. B. Infante Dom Henrique de Avis = Heinrich der Seefahrer (1394-1460, rechte Abb.), Fernao de Magalhaes =  Magellan (1480-1521, linke Abb.) oder Vasco da Gama (1490-1550, mittlere Abb.), die sich im 15. und 16. Jahrhun-dert aufmachten den Erdball zu erkunden und damit für ein halbes Jahrtausend  Europas Weltherrschaft begründeten. Mit dieser Reise werfen wir einen Blick auf das erste Kolonialreich der Neuzeit.

Anachronistische Karte des Portugiesischen Weltreiches (1415-1999)

Rot:       tatsächliche Besitzungen

Olive:    Entdeckungen

Orange: Einfluß- und Handelsgebiete

Rosa:     Besitzansprüche

Grün:     Handelsposten

Blau:      Hauptentdeckungen, Routen und Einflußgebiete zur See

1. Tag: Porto

Porto

Porto (ca. 1,3 Mio EW) ist nach Lissabon zweitgrößte Stadt und eine der ältesten Europas. Sie gab ihren Namen nicht nur dem berühmten Wein (s.u.), sondern indirekt auch Portugal selbst. Die Römer nannten ihre Siedlung in der Nähe der Douro-Mündung Portus. Mit dem auf der anderen Flußseite gelegenen Cale wurde daraus Portucale = Portugal -- der Name, den der junge Staat erhielt, der entstand, nachdem man die Gegend von den Mauren zurückerobert hatte.

Kleine Übersicht über Porto
Kleine Übersicht über Porto
Unser Hotel in Porto
Unser Hotel in Porto

Kathedrale Sé do Porto 

Hoch über der Altstadt thront, auf dem Terreiro da Sé, die aus Granit gebaute zweitürmige Kathedrale Sé do Porto. Im 12. Jahrhundert als romanische Wehrkirche erbaut und daraufhin im gotischen Stil verändert, erfuhr sie im 17. und 18. Jahrhundert einen vollständigen Umbau. Trotz dieser Umbauten blieb ihr ursprünglicher wehrhafter Charakter erhalten. Reich ausgestattete Altäre, unter anderem der vergoldete Hauptaltar im Chor sowie der silberne Altar im linken Querschiff, befinden sich in dem durch Schlichtheit auszeichnenden Innenraum. Charakteristisch für den gotischen Kreuzgang am rechten Seitenschiff sind die im 18. Jahrhundert angebrachten Azulejos (siehe Hintergrund der folgenden Abb.). In unmittelbarer Nähe der Kathedrale befindet sich der Bischofspalast.

Im Kreuzgang der Kathedrale
Im Kreuzgang der Kathedrale

Spaziergang und Besuch der Markthalle

Besuch einer Portweinkellerei

Am südlichen Douro-Ufer reihen sich hügelaufwärts die berühmten Portwein-kellereien aneinander. In den großen, kühlen Lagerhäusern, sog. Armazéms oder Lodges, wird der Wein veredelt, in Flaschen abgefüllt und gelagert. 

Fassade einer Portweinkellerei
Fassade einer Portweinkellerei
Anlegestelle vor einer Portweinkellerei mit den Fahnen verschiedener Portweinmarken. Im Hintergrund die zweistöckige Brücke Ponte D. Luís , von deren oberer Fahrbahn sich ein schwindelerregender Ausblick bietet
Anlegestelle vor einer Portweinkellerei mit den Fahnen verschiedener Portweinmarken. Im Hintergrund die zweistöckige Brücke Ponte D. Luís , von deren oberer Fahrbahn sich ein schwindelerregender Ausblick bietet

Kleine Geschichte des Portweins

Portugals bekanntester Wein ist ein Resultat einer Reihe von Missgeschicken: Englands häufige Kriege mit Frankreich führten im 17. Jhd. dazu, dass die Briten den Import von französischen Weinen verboten. Auf der Suche nach Ersatz für den Claret aus Bordeaux wandten sich die Weinhändler Portugal zu. Doch die rauhe Seereise bekam dem portugiesischen Landwein nicht gut -- bis man herausfand, dass man ihn durch Hinzufügen von Branntwein haltbarer machen konnte. Bald merkte man, dass sich so auch der Gärungsprozess stoppen ließ, und schließlich hatte man auch das richtige Produkt für den englischen Markt: einen süßen, starken Rotwein!

Portwein, kurz Port genannt, ist ein roter, seltener auch weißer Süßwein, der zu den Klassikern der Weinwelt zählt. Echter Portwein stammt immer aus Portugal, aus dem genau definierten Herkunftsgebiet im nordportugiesischen Douro-Tal. Namensgebend ist die alte portugiesische Hafenstadt Porto Je nach Qualität und Jahrgang wird er nach verschiedenen Verfahren ausgebaut, woraus sich unter-schiedliche Reifegrade und Qualitätsstufen ergeben. Vintage Port wird als hoch-wertigster Portwein angesehen. In einem herausragenden Jahrgang kann er einer der geschmacklich vielfältigsten und langlebigsten Weine der Welt sein. Durch einen langen Ausbau und anschließende Flaschenlagerung entwickelt er eine unver-wechselbare Aromatik und Komplexität. Die Herstellung ist kostenintensiv und aufwendig.

43.760 Liter Portwein zum Greifen nahe...damit könnte man feiern!!!

Nach der Handverlesung der Trauben werden diese zunächst wie bei jedem anderen Wein gepreßt und der Most wird zur Gärung angesetzt.

Der eigentliche Vorgang, der Wein zu Portwein macht, ist die Vinierung, also das Aufspriten des gärenden Mostes mit hochprozentigem Weindestillat. Hierbei wird die Gärung der Portweine – sowohl roter als weißer – durch Zugabe von ca. 80%igem Weindestillat gestoppt. Der Zeitpunkt des Stoppens bestimmt dabei den verbleibenden Rest-zucker, also die Süße des Portweins. Je weiter der Wein vergoren ist, desto weniger Weinbrand wird hinzugefügt. Jeder Portwein lagert zunächst für mindestens 2, maximal 6 Jahre im großen Faß (aus Holz oder neuerdings auch Stahl), in dem er wenig atmet und langsam altert/reift.

Als Faustregel gilt: Je besser ein Jahrgang, umso mehr wird sich seine Qualität durch lange Lagerung, insbesondere Flaschenlagerung, verfeinern und verbessern. Neben der Qualität des Jahrganges entscheidet der Zeitpunkt der Umfüllung, die Art und Dauer der weiteren Lagerung den Charakter eines Portweines. Mit der Reifung wandeln sich Geschmack und Farbe des Portweines. Während ein junger Wein noch einen kräftig fruchtigen Geschmack von Rotweintrauben und anderem Obst hat, wandelt sich das Aroma mit dem Alter und wird feiner, mit Geschmacks-noten von Gewürzen, Nüssen, Dörrobst, Datteln, Karamell, Vanille, Zitrusfrucht-schalen usw. Die Farbe wandelt sich dabei von einer kräftig rubinroten Farbe und wird heller, hin zu Braun- und Goldtönen.

2. Tag: Porto, Barcelos, Braga, Guimaraes

Porto

Gang durch die Altstadt und Fahrt auf dem Douro

Schifffahrt auf dem Douro, dabei auch Durchfahrt unter der zweistöckigen Ponte de Dom Luís I., einer 1886 von Théophile Seyrig entworfenen Eisenbrücke (siehe Abb. ), die 60m über dem Wasser das historische Stadtzentrum mit Vila Nova de Gaia verbindet. Weiter flußaufwärts gibt es die noch ältere Eisenbahnbrücke Ponte de Maria Pia (1877 von Gustave Eiffel erbaut). Mit 160 m Spannweite galt sie damals als Meisterwerk der Technik.

Auf dem Douro
Auf dem Douro
Barcos rabelos, auf denen früher die Portweinfässer transportiert wurden
Barcos rabelos, auf denen früher die Portweinfässer transportiert wurden
Blick auf die Altstadt
Blick auf die Altstadt

Besuch des Sao-Bento-Bahnhofes

Wegen seiner riesigen Azulejo-Bilder unbedingt einen Besuch wert.

Barcelos

Barcelos (ca. 120.000 EW) ist aus 2 Gründen in ganz Portugal bekannt: Der eine ist der jeden Donnerstag stattfindende riesige Markt, der andere der bunt bemalte Hahn, der zum nationalen Symbol geworden ist.

Die Legende erzählt von einem Bauern, der aus der Stadt Barcelos aufbrach um nach Santiago de Compostela zu pilgern. Am Stadtrand von Barcelos beschuldigte ihn ein reicher Landbesitzer des Silberdiebstahls. Er wurde vor Gericht gestellt, schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Vor seiner Hinrichtung verlangte der Bauer ein letztes Mal mit dem Richter zu sprechen, der ihn verurteilt hatte. Der Richter war gerade dabei gebratenen Hahn zu essen, als ihm der Verurteilte sagte, dass als Zeichen seiner Unschuld der Hahn vom Teller hüpfen und während seiner Hinrichtung krähen würde. Als dann der Verurteilte hingerichtet werden sollte, begann der Hahn tatsächlich zu krähen. Der Richter rannte zum Stadtplatz, um die Hinrichtung zu stoppen und sah, daß der Strang wie durch eien Wunder aufgegangen war.

Die Legende vom Hahn von Barcelos wird natürlich nicht wörtlich geglaubt, ist aber ein wichtiger Teil der portugiesischen Kultur aufgrund der moralischen Werte, die sie enthält. Die Legende handelt von einem immer wiederkehrenden portugie-sischen Thema (die meisten portugiesischen Legenden handeln von Bauern) und berührt Aspekte des täglichen Lebens, wie Gerechtigkeit, Stolz, Schicksal und dialektischen Wunderglauben, die in Portugal hohe Wertschätzung genießen.

Ausflug in die malerische Stadt

Braga

Das Stadtgebiet, unterteilt in 23 Gemeinden, hat ca. 182.000 Einwohner und ist Sitz des Erzbischof-Primas von Portugal. Noch vor nicht allzu langer Zeit spielte Braga vor allem als religiöse Hauptstadt des Landes eine Rolle. Auf den Straßen soll man früher mehr Priester und Nonnen gesehen haben als gewöhnliche Leute. Das hat sich zwar geändert, aber immer noch finden hier in der Karwoche die größten Zeremonien des Landes statt.

Besuch der Kathedrale Sé Velha

Diese Kathedrale - ein Gemisch verschiedenster Stile, basierend auf einem romanischen Bau des 11. Jhd. - hat Feuer, Krieg, Aufstände und zahlreiche Restaurationen überstanden. Unbedingt sehenswert: der Kreuzgang, der Hochchor, die reiche Schatzkammer und die Kapellen um den nördlichen Kirchenhof.

Die Kathedrale verfügt über 2 historische Orgeln. Auf der Epistelseite be-findet sich ein Instrument von den Orgelbauern Frei Simón Fontanes aus dem Jahr 1739.Von demselben Orgelbauer stammt auch die Evangelienorgel aus dem Jahr 1737. Das Instru-ment hat Manualwerke, das Pedal ist angehängt.

Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Treppen, Treppen, Treppen...

Zu dem auf einem Hügel stehenden Gotteshaus führt ein Stationenweg mit einer doppelläufigen Treppenanlage, deren Stufen -- ca. 600(!) -- manche Pilger auf den Knien hochrutschen. Besucher können auch die mit Wasserkraft betriebene Stand-seilbahn (1882) benutzen oder mit dem Auto hinauffahren.

Guimaraes

Guimaraes hat ca. 52.000 EW und hier soll Alfons I. (Afonso Henriques), der erste König Portugals, geboren sein, weswegen sie die erste Hauptstadt des Landes war und als „Wiege der Nation“ gilt. Der historische Ortskern ist einer der attraktivsten des Landes und besitzt zwei hervorragende Museen.

Kirche Igreja dos Santos-Passos
Kirche Igreja dos Santos-Passos

Wichtigstes Bauwerk auf dem Largo da Oliveira ist die Igreja de Nossa Senhora da Oliveira. Hier ließ die Gräfin Mumadona Dias um 960 das Kloster errichten, das 1387–1393 erweitert wurde. Der bedeutendste Prior des Klosters war der spätere Papst Johannes XXI. Im Kreuzgang und anderen Teilen der Kirche ist seit 1928 das Museo Alberto Sampaio untergebracht. Es beherbergt bedeutende Exponate aus Kirchen der Region.

Besuch im Museum Alberto Sampaio

Der Kreuzgang der Stiftskirche Nossa Senhora beherbergt heute das Museum. Zu seinen Schätzen gehören der zerschlissene Umhang, den Joao I. in der Schlacht von Aljubarrota (14. August 1385) trug, und ein sibernes Triptychon (s.u.), das im Gedenken an diesen Sieg angefertigt wurde. Die klösterlichen Mauern aus dem 13. Jahrhundert bilden (im Untergeschoß) einen passenden Rahmen für die ausgestellten mittelalterlichen Plastiken  und Skulpturen sowie Azulejos.

Triptychon ist ein dreigeteiltes Gemälde oder eine dreigeteilte Relieftafel. Es besteht aus einer Mitteltafel und zwei meist schmaleren Flügeln, manchmal ergänzt durch eine Predella (= Sockel oder Stufe) unter dem Mittelteil. Ein Triptychon mit christlichen Motiven und mit beweglichen Seitenteilen zum Verschließen des Mittelteils ist eine mögliche Form eines Flügelaltars.

Besichtigung des Kastells

Über Guimaraes wacht das düstere Kastell aus dem 10. Jahrhundert, in dem Alfonso Henriques (der Sohn Heinrich von Burgund) 1110 das Licht der Welt erblickte. Er machte 1140 die Stadt zur ersten Hauptstadt Portugals, nach einem Sieg über die Araber und wurde der erste König des jungen Portugal, dem Gebiet zwischen dem Minho und dem Tejo. Der Bergfried (Torre de Menagem) hat eine Höhe von 27 m. Die Burganlage gilt als eine der besterhaltenen romanischen Festungen Portugals.

3. Tag: Porto

Porto

Sao Francisco

Die gotische Kirche (Bauzeit 1383-1425) aus dem 14. Jhd. wird wegen der überschwänglichen vergoldeten Holzschnitzereien aus dem 17./18. Jahrhundert im Inneren auch als „Goldene Kirche“ bezeichnet; ursprünglich Teil des Franziskanerklosters.

Sao Martinho de Cedofeita

Die Kirche St. Martin von Cedofeita (auch als romanische Kirche Cedofeita bekannt) gilt als die älteste Kirche der Stadt Porto.

Weiterfahrt nach Coimbra

4. Tag: Coimbra, Fátima

Coimbra

Die Universitätsstadt Coimbra liegt am Rio Mondego, der 40 km westlich in den Atlantik mündet. Coimbra hat ca. 143.000 EW, darunter etwa 30.000 Studenten.

Besuch der am höchsten Punkt der oberen Altstadt gelegenen Universität (eine der ältesten weltweit, gegr. 1290)  mit dem barocken Uhren- und Glockenturm sowie der Capela de São Miguel. Schmuckstück der Universität ist zweifellos die Biblioteca Joanina mit ca. 300.000 Büchern, in der heute allerdings nicht mehr gelesen, sondern nur noch gestaunt wird: verschnörkelte Triumphbögen, vergoldete Holzschnitzarbeiten an allen Wänden und zahllose Goldbeschläge bieten sich dem Besucher dar.

Coimbra: Die Reisegruppe auf der Treppe vor der Universität. Die schwarzen Umhänge (capa) symbolisieren eine alte studentische Tradition. Viele Studenten leben ein richtiges Studentenleben in den alten, repúblicas genannten Häusern. Auch an den Hausfassaden lassen sich Einstellung und Vorlieben der studentischen Bewohnern ableiten (siehe die beiden folgenden Abb.).

Romanische Kathedrale Sé Velha (Alte Kathedrale, erbaut 1064)

Igreja de Santa Cruz (ehemaliges Augustinerkloster, erbaut 1131)

Fátima

Fátima (ca. 12.000 EW) liegt etwa 130 km nördlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon an der Autobahn A1, der Hauptverkehrsader zwischen Lissabon und Porto und ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort, der, ähnlich wie Lourdes, auch von Kranken mit der Hoffnung auf Wunderheilung aufgesucht wird.

Gegenüber der alten Kathedrale Basilica Antiga (Abb. 1-7) wurde 2007 die neue Kirche Igreja da Santissima Trindade eingeweiht. Sie ist mit annähernd 9000(!) Sitzplätzen die viertgrößte katholische Kirche der Welt (Abb. 8-10) und der bislang größte Kirchenneubau des 21. Jahrhunderts (2009). Zwischen den beiden Kirchen befindet sich zudem der größte Kirchenvorplatz der Welt (Abb. 11). Dieser ist ca. 2 mal so groß wie der Petersplatz in Rom, dessen größte Breite 240 m Tiefe und 340 m Breite mißt. Der Peterslatz ist damit ca. 35.300 m² groß.

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