25. Portugalreise: 5.-9. Tag

5. Tag: Nazaré, Batalha

Nazaré

Nazaré (ca. 11.000 EW) ist ein malerischer Küsten- und beliebtester Badeort am Atlantik und besteht aus 3 Stadtteilen: den beiden Ortsteilen Sítio und Pederneira sowie dem sich am Strand entlangziehenden modernen Ortsteil, wo mittlerweile der größte Teil der Bevölkerung lebt. Die Bevölkerung lebt überwiegend vom Fischfang, der Fischverarbeitung und dem Fremdenverkehr, der durch die windgeschützte Lage an einem etwa 2 km langen Sandstrand begünstigt wird.

Vorsaison
Vorsaison
Hauptsaison (Fotografie an der Wand eines Fischrestaurants)
Hauptsaison (Fotografie an der Wand eines Fischrestaurants)

Ein Stadtteil Nazarés, das auf einem in das Meer hinausragendem Felsplateau 110 m oberhalb der Bucht durch eine Steilwand getrennt liegende Sítio (Abb. 1 und 2) -- zu erreichen mit einer Zahnradseilbahn auf einer 318 m langen Strecke mit einer Steigung von 42 % -- war seit dem 13. Jhd. und bis zu Beginn des 20. Jhd. mit seinem Santuário de Nossa Senhora da Nazaré (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Nazareth) die wichtigste Wallfahrtstätte Portugals (Abb. 3). Dieser Pilgerstätte entlehnte die Stadt im Jahre 1912 auch ihren heutigen Namen. Sitio auch mit dem Auto über einen etwa 5 km langen Umweg vom Strand aus zu erreichen.

Batalha

Batalha (port. Schlacht) ist eine portugiesische Kleinstadt mit ca.8.500 EW und liegt etwa 100 km nördlich von Lissabon. Bekannt ist Batalha durch das aus dem 14.-16. Jhd. stammendes Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória.

Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória

Das Mosteiro da Batalha, auch Kloster von Batalha (portugiesisch: Schlacht; mit vollem Namen heißt das Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória = Kloster der heiligen Maria vom Siege) ist ein Dominikaner-Kloster und stammt aus dem 14.-16. Jahrhundert. Strebepfeiler, Fialen (s.u.) und feinste Steinplastiken zieren das Äußere, das Westportal ist mit 100 Skulpturen ausgeschmückt. Der an der Ostseite des Kreuzgangs gelegenen Kapitelsaal wurde, entgegen der ursprünglichen Planung, mit einem stützenlosen Sternkuppelgewölbe überwölbt. Mit einer Seitenlänge von ca. 20 m stellt es einen der größten stützenlos überwölbten Räume des Mittelalters und der frühen Neuzeit auf der Iberischen Halbinsel dar.

Fialen: aus Stein gemeißelte, schlanke, spitz auslaufende Türmchen, die in der gotischen Architektur der Überhöhung von Wimpergen und Strebepfeilern dienten. Neben dieser ästhetischen Funktion haben sie häufig auch eine statische, da sie die Konstruktion durch ihr Gewicht zusätzlich stabilisieren.

6. Tag: Alcobaca, Óbidos, Lissabon

Alcobaca

Alcobaca. Obgleich etwa 10 km entfernt vom Atlantik liegend, durchfließt der Fluss Alcoa die Stadt (ca. 6.000 EW) nur in Höhe von wenigen Metern über dem Meeresspiegel, noch im frühen Mittelalter reichte das Meer als Lagune bis zu den Toren Alcobaças.

Zisterzienserkloster

In Alcobaça liegt mit dem Mosteiro de Alcobaça eines der größten, berühmtesten und ältesten Klöster des Landes (Weltkulturerbe). 

Mit dem Bau des Klosters wurde 1178 begonnen und im Jahre 1240 mit seinem ersten Abschnitt (Kirche und erster Kreuzgang) beendet. Die Klosterkirche mit ihrem 110 m langen Mittelschiff war gegen 1220 fertig. Infolge des anfänglich insbesondere aus Burgund erfolgenden starken Zustroms von Ordensbrüdern wurde die Anlage ständig erweitert, so unter anderem mit 3 weiteren Kreuzgängen (wovon, neben dem ersten von 1178, noch zwei erhalten sind). Beachtenswert sind auch das gotische Brunnenhaus, die riesige Küche (siehe die beiden folgenden Abb.), der mit Azulejos ausgeschmückte Königssaal und die Dormitorien.

Dormitorium (lat. „Schlafraum“): Schlafsaal oder Zellengang in einem Kloster. Weitere Bedeutungen sind Ruhe- oder Grabstätte.

Der riesige Kamin über der Feuerstelle (nächste Abb.)
Der riesige Kamin über der Feuerstelle (nächste Abb.)
Ausgelegt war die Küche für ca. 300 Personen. Hier hätten 2 Ochsen am Spieß bequem Platz gehabt...
Ausgelegt war die Küche für ca. 300 Personen. Hier hätten 2 Ochsen am Spieß bequem Platz gehabt...
Alle warten gespannt aufs Essen...
Alle warten gespannt aufs Essen...
...aber den Gesichtern nach zu urteilen gibt es nix!
...aber den Gesichtern nach zu urteilen gibt es nix!

Óbidos

Óbidos. Das vollständig von einer Zinnenmauer umschlossene Städtchen ist eines der schönsten - und meistbesuchten - Portugals. Ins Zentrum mit engen Gassen und weißgetünchten, blumengeschmückten Häusern gelangt man entweder durch die südliche, mit Kacheln verzierte Porta da Vila oder durch den Nordeingang neben dem Kastell. Für einen tollen Ausblick steigt man am besten über viele Stufen auf die Ringmauer.

7. Tag: Lissabon, Queluz

Lissabon

Santa Maria de Belém, meist einfach nur Belém (portugiesisch für Bethlehem), ist der Name eines am Tejo gelegen Stadtteils (ca. 8.500 EW) im Westen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Dort befindet sich u. a. auch das

Kloster Mosteiro dos Jerónimos(deutsch Hieronymuskloster)

Bedeutendster Bau der Manuelinik (Manuel I., 1495–1521), einer portugiesischen Variante der Spätgotik, die auch einige Elemente der Renaissance enthält. Unter anderem beherbergt es die Sarkophage von Fernando Pessoa und Vasco da Gama.

Altstadtviertel Alfama

Alfama ist ein Stadtteil zwischen dem Castelo de São Jorge und dem Tejoufer. Über Alfama thront allseits präsent das Castelo de São Jorge (siehe Abb.), in dem bis ins 16. Jahrhundert der portugiesische König residierte. An verschiedenen Punkten in Alfama bieten sich pittoreske Aussichten auf den Tejo und die anderen Teile der Stadt an.

Queluz

Queluz (ca. 78.000 EW in 3 Gemeinden) liegt etwa 15 km nordwestlich von Lissabon. Der Name geht auf den Palácio Nacional de Queluz („welch' Licht!“) zurück, der Sommersitz des Königshauses Braganza war.

Besuch des rosafarbenen Rokokoschlosses

Im Innern gibt es kunstvolle Säle mit riesigen Kronleuchtern. In den üppigen Gärten fließt ein Bach durch die mit Azulejos ausgelegten Kanäle (siehe große Abb.), auf denen die königlichen Gäste Bootsfahrten unternahmen.

8. Tag: Sintra, Cabo da Roca, Estoril, Cascais

Sintra

Lieblingsort Lord Byrons. Bekannt ist der Ort (ca. 33.000 EW) vor allem durch seine zum Teil jahrhundertealten Paläste, die Touristen aus aller Welt anlocken.

Cabo da Roca

Fahrt zum westlichsten Punkt des Festlands des europäischen Kontinents.

Er liegt an der Atlantikküste westlich von Lissabon in einer Höhe von 140 m über dem Meeresspiegel.

Als westlichster Punkt des europäischen Kontinents insgesamt gilt Bjargtangar auf Island.

Schwerer Sturm von Steuerbord am Cabo da Roca...

Aber nur zwei Personen sind sturmerprobt und halten allem stand. 

Estoril

Estoril ist ein mondäner Kurort mit Spielbank (Abb.1), hat ca. 27.000 EW und gilt als Rückzugsort der reichen Oberschicht Lissabons. Das Stadtzentrum  besteht im Wesentlichen aus mondänen Herbergen entlang palmengesäumter Alleen und endet an einem im Sommer stark frequentierten Strandabschnitt (Abb. 2). In der Nähe bekannte Auto- und Motorradrennstrecke (Abb. 3).

Cascais

Die Kleinstadt Cascais liegt an einer sandigen Bucht des Atlantiks, etwa 25 km westlich von Lissabon, verfügt über einen Yachthafen mit 600 Liegeplätzen und ist die Nachbarstadt von Estoril.

9. Tag: Lissabon, Frankfurt

Lissabon, vormittags

Besuch des Azulejos-Nationalmuseums

Unter Azulejo versteht man ein Mosaik aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasifizierten Keramikliesen, das seinen europäischen Ursprung in Spanien und Portugal hat und dort hergestellt wird. Diese wetterfesten Fliesen sind in diesen Ländern fester Bestandteil des Stadtbildes und werden an öffentlichen Monumenten und Gebäuden, Hausfassaden und Kirchen, aber auch an Innenwänden zu oftmals künstlerischen Wandbildern zusammengefügt. Häufig sind alte Blumen-, Vögel- und Schiffsmotive verarbeitet. In Wandverkleidungen aus Azulejos findet sich traditionell auch orientalische Ornamentik wieder.

Mittagspause auf dem EXPO-Gelände am Tejo

Die Expo 98 war eine Weltausstellung, die vom 22. Mai bis zum 30. September 1998 in Lissabon stattfand. Die Weltausstellung, die erste in Portugal und die vierte (1888 Barcelona, 1929 Barcelona, 1992 Sevilla) auf der Iberischen Halbinsel, stand unter dem Motto „Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft“.

Für den Ort der neuen Weltausstellung wählte die portugiesische Regierung den westlichsten Punkt im Stadtteil Santa Maria dos Olivais. Das 50 Hektar große alte Hafengelände mit dem Namen Doca dos Olivais war eine abgewirtschaftete, heruntergekommene Industriebrache, die sich aus stadtentwicklungstechnischen Gründen für eine derartige Weltausstellung eignete. Die Regierung legte besonderen Wert darauf, nach den Erfahrungen bei der Weltausstellung 1992 in Sevilla, dass alle Bauten und Anlagen auch nach der Ausstellung genutzt werden können, um später das Areal nicht wiederum verwahrlosen zu lassen (Heute wohnen etwa 28.000 Menschen in dem Gebiet).

Gleichzeitig begann die Ausschreibung großer öffentlicher Infrastrukturprojekte, darunter der Bau der 17,2 Kilometer langen Vasco-da-Gama-Brücke über den Tejo, eine neue Metrolinie (Linha Vermelha), die das Ausstellungsgelände mit der Innenstadt verbinden sollte, wie auch der neue Fernbahnhof Gare do Oriente.

Lissabon, nachmittags

Rückflug von Lissabon nach Frankfurt

Die Reisegruppe auf dem Flughafen, kurz vor dem Abflug
Die Reisegruppe auf dem Flughafen, kurz vor dem Abflug

Sonstiges von unserer Reise

Reiseleiterin Anabela

9 Tage wurden wir von unserer portugiesischen Reiseleiterin Anabela (rechts)begleitet. Großartig war nicht nur ihr Äußeres, sondern auch ihr Wissen. Während der Busfahrten zu den einzelnen Reisezielen hatte sie viel zu erzählen: nicht nur über Kirchen, Klöster, Heilige und Könige, sondern auch über Land und Leute. Nichts war ihr unbekannt! Sie wußte alles!

Bei diesen Fahrten enstanden auch viele neue Sprachschöpfungen wie z. B.:

toilettieren    = eine Toilette aufsuchen

treppieren      = eine Treppe hinaufgehen

bussieren        = mit dem Bus fahren

schlangieren   = in eine Reihe stellen

shoppieren      = einkaufen

kaffeeterieren = einen Kaffe trinken

Der sog. "Impuls"

Damit auch der spirituelle Part auf dieser Reise nicht verlorenging, wurden an jedem Tag "Impulse" gehalten, welche das Leben Mariens zum Inhalt hatten. Gerade diese Unterbrechungen in einer Kirche oder einem schön gelegenen Ort, mitten im Tagesablauf, waren sehr wertvolle Momente für die Teilnehmer dieser Reise, wobei der Gottesdienst vor der Erscheinungskapelle in Fatima als einer der wichtigsten und wertvollsten Höhepunkte der Reise genannt werden kann.

Essen + Trinken

Linguiça assada (Wurst vom Rost)

Ein kleiner, aus Keramik geformter Tischgrill, etwas neutraler oder anderer hoch-prozentiger Alkohol, eine Chorizo oder andere Wurst: fertig ist das Grillvergnügen auf dem Tisch...und es geht schnell!

Dazu Wein, Käse, Oliven und Brot....was will man mehr!

Chorizo (spanisch), Chouriço (portugiesisch) ist eine würzige, feste, grobkörnige, mit Paprika und Knoblauch gewürzte Rohwurst vom Schwein aus Spanien und Portugal. Die Paprika gibt ihr eine rote Farbe und trägt zum typischen Geschmack bei. Chorizo enthält üblicherweise bis zu doppelt so viel Paprika wie die ebenfalls mit Paprika gewürzte ungarische Kolbász.

Pastéis de nata

Pastel de Nata oder Pastel de Belém wurde vermutlich bereits vor dem 18. Jahrhundert von den Mönchen des Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) in Belém, heute ein Stadtteil Lissabons, hergestellt. Die Törtchen bestehen aus Blätterteig, der mit einer Creme aus Eigelb, Zucker und Sahne oder Pudding gefüllt wird.

Ruhepausen

Spaziergänge und Shopping

Momentaufnahmen

Auf Besichtigungstour