3. Prolog

Wir bauen...

...für die Menschen!

...für die Zukunft!

...um uns Heimat zu erhalten!

Mit Beginn der menschlichen Existenz haben sich unsere Ahnen immer wieder ihre Lebenssituation und ihr Lebensumfeld bewusst vor Augen gestellt und daraus zukunftsweisende Erkenntnisse gewonnen. Auf der einen Seite das Wissen um die zunehmende Stärke über die Erde herrschen zu können und sie nach dem eigenen Willen zu gestalten; auf der anderen Seite die wachsende Erkenntnis, zerbrechlich und winzig zu sein gegenüber der großartigen Schöpfung, welche uns umgibt. Damit stets verbunden war ebenso der wachsenden Glaube an eine überirdische Kraft, die den Menschen umgibt und leitet. So war es auch nicht verwunderlich, dass unserer Vorfahren Orte auswählten, um dieser Kraft nahe zu sein und sich in Verbindung mit ihr zu bringen. Gerade in unserem kulturellen Umfeld sind somit die christlichen Kirchen in besonderer Weise solche Orte spiritueller Erfahrungen. Hier kommen Menschen zusammen, um Gott ihre Sorgen anzuvertrauen, ihn um Kraft in den schweren Stunden zu bitten, aber auch ihren Dank und ihren Lobpreis entgegen zu bringen, für all das Gelungene im Leben. Die Kirche als Ort der Versammlung und der Erfahrung von Gemeinschaft und Lebendigkeit sowie als eine Möglichkeit, in den Wirren des Lebensweges eine Richtung vorgeschlagen zu bekommen, hat Menschen seit Jahrhunderten gestärkt und zutiefst befriedigt. Schon allein deshalb waren Kirchen immer in herausragender Weise, und dies im wahrsten Sinne des Wortes, prägende Gebäude, welche im Zentrum des dörflichen oder städtischen Lebensumfeldes lagen. Aber wie alles im Leben sind auch diese Orte der Vergänglichkeit, der Abnutzung und dem Verfall unterworfen und den Kräften der Natur preisgegeben.

 

Daher stand für unsere katholische Pfarrkirche von Schlierstadt eine um-fassende Innensanierung an. Wer dieses Gebäude kennt, der weiß, dass es in besonderer Weise ein wirklich herausragendes und erhaltenswertes Bauwerk ist. So prägte und prägt unsere Pfarrkirche das Ortsbild schon von Weitem und gibt damit ein Zeugnis der Tradition und Verwurzelung im abendländisch christlichen Glauben. Sie zeichnet sich durch eine ansprechende und schöne barocke Bauarchitektur aus. Daher hatte das Landesdenkmalamt von Baden-Württemberg zusammen mit dem Erzbischöflichen Bauamt von Freiburg nicht nur den Umfang der Sanierung begutachtet, sondern auch den Erhalt der Pfarrkirche in jedem Fall unterstrichen. Enorme Leistungen standen an, finan-zieller wie bautechnischer Art, um unsere Kirche wieder in ihrer alten Schönheit erstrahlen zu lassen.

 

Wer nun das Ergebnis sieht, der kann nur staunen und zustimmen, dass es sich wirklich gelohnt hat, all diese Anstrengungen auf sich zu nehmen. Denn es wurde nicht allein ein Gebäude aus Stein wieder hergerichtet und mit seinem alten Glanz versehen. Vielmehr kann gesagt werden, dass diese Bau-maßnahme die Einwohner von Schlierstadt, jetzt dort lebende wie auch weggezogene, erneut mit der Kirche in enge Berührung brachte. Und dies ist nicht nur auf den Kreis der katholischen Christen beschränkt, sondern ebenso in Bezug auf alle Einwohner unseres Ortes. Viele Menschen haben schon die Kirchenbaustelle besucht und sich informiert, viele Interessierte haben die Internetseite angeklickt, um die neuesten Informationen zu lesen, und viele haben ihre Spenden der Fundraising-Gruppe anvertraut.

 

Mit Freude können wir sagen, dass eine gelungene und zukunftsorientierte Sanierung stattgefunden hat. Sei es im Hinblick auf den Erhalt dieses Kleinods barocker Architektur, sei es auch im Blick auf die Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit unserer Pfarrgemeinde. So kann den zukünftigen Generationen etwas von unserer Geschichte, Tradition und Spiritualität übermittelt und aufzeigt werden.

 

All jenen, die sich mit ihrer Kraft, ihren Ideen, ihren Spenden und mit ihrem ganzen Engagement einbrachten, sagen wir ein herzliches Vergelt´s Gott und wünschen Ihnen Gottes reichen Segen für den weiteren Lebensweg.

 

Ihre Pfarrer Andreas Schneider und Martin Drathschmidt


 

 

 

 

 

Andreas Schneider (links) und Martin Drathschmidt (rechts), Pfarrer und

Oliver Gramlich, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates